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Fachrichtung Philosophie
Lernwerkstatt Demokratische Schule
Postfach 15 11 50
66041 Saarbrücken
Die Lehrveranstaltungen wechseln semesterweise und greifen verschiedene Fragestellungen demokratischer Bildung auf, z.B.:
- WiSe 2025/26: Demokratie, Desinformation und Schule
- SoSe 2026: Utopismus als Methode der Demokratiebildung
- WiSe 2026/27: Philosophieren mit Kindern
- WiSe 2026/27: Democracy in Theory and Practice (fachphilosophisches Seminar mit Dr. Adis Selimi)
Praxisangebote
- Philosophieren mit Kindern: In Kooperation mit der Beratungsstelle (Hoch‑)Begabung Saarland werden regelmäßig Angebote zum Philosophieren mit Kindern durchgeführt.
Die (Hochschul‑)Lernwerkstatt Demokratische Schule ist ein Ort der Lehrkräftebildung, an dem Fragen demokratischer Bildung wissenschaftlich reflektiert und praktisch erprobt werden. Unser Angebot richtet sich derzeit vor allem an Lehramtsstudierende in der ersten Phase der Lehrkräftebildung und unterstützt sie dabei professionelle Kompetenzen für die Gestaltung demokratischer Lern- und Lebensräume in der Schule zu entwickeln.
Demokratie ist nicht nur ein Thema des Politikunterrichts, sondern soll das gesamte Schulleben prägen: Bildungsprozesse im Unterricht, ebenso wie die Gesprächskultur, Beteiligungsverfahren, den Umgang mit Konflikten und die gemeinsame Gestaltung des schulischen Zusammenlebens.
Demokratiebildung ist daher eine Querschnittsaufgabe des professionellen Handelns von Lehrkräften. Professionalisierung bedeutet entsprechend nicht nur den Erwerb fachlicher Kenntnisse, sondern auch der Fähigkeit, demokratische Bildungsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten, umzusetzen und zu reflektieren.
Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt der Lernwerkstatt ist das Philosophieren mit Kindern. Philosophische Gespräche eröffnen schüler:innenzentrierte Räume, in denen der Umgang mit Begriffen und Begründungen die Perspektivübernahme und die gemeinsame Suche nach tragfähigen Antworten eingeübt werden können. Für Lehramtsstudierende bietet das Philosophieren mit Kindern die Möglichkeit, eine besondere demokratische Gesprächsform zu erproben. Es ist ein exemplarisches Arbeitsfeld der Lernwerkstatt, in dem sich demokratische und demokratiepädagogische Prinzipien unmittelbar erschließen.
Professionalisierung verstehen wir als einen aktiven Lernprozess, in dem wissenschaftliche Reflexion verbunden wird mit praktischer Erfahrung. Die Praxis dient dabei nicht der bloßen Anwendung theoretischer Konzepte, sondern wird selbst zum Gegenstand wissenschaftlicher (Selbst‑)Reflexion.
Charakteristisch für die Arbeit der Lernwerkstatt ist die Verbindung unterschiedlicher Lernformen. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven werden mit eigenen Erfahrungen, gemeinsamer Reflexion und wissenschaftlicher Analyse verknüpft. Studierende übernehmen Verantwortung für Lernprozesse, erproben unterschiedliche Rollen – etwa als Teilnehmende, Moderator:innen oder Beobachtende – und reflektieren ihre Erfahrungen im Austausch mit anderen.
Die Lernwerkstatt versteht Lernen als kooperativen Prozess. Sie schafft Räume, in denen Fragen gestellt, Positionen eingenommen und begründet unterschiedliche Perspektiven ernst genommen und gemeinsame Lösungen entwickelt werden können. Auf diese Weise trägt sie dazu bei, professionelle Kompetenzen für die Gestaltung demokratischer Bildung in der Schule zu entwickeln.
Die Lernwerkstatt sieht Materialien als Ausgangspunkte und Impulse für demokratische Lern- und Reflexionsprozesse. Sie dienen dazu, Lerngelegenheiten für demokratische Bildungsprozesse anzuregen und zu strukturieren. Entscheidend sind die Fragen, Gespräche und Erfahrungen, die sie ermöglichen.
Die Lernwerkstatt nutzt fachwissenschaftliche und fachdidaktische Literatur vor allem aus Philosophie, Politikwissenschaft sowie Demokratiebildung und Demokratiepädagogik. Hinzu kommen Handreichungen, ausgewählte Unterrichtsmaterialien, Spiele und andere Impulse, die die Auseinandersetzung mit demokratierelevanten Fragestellungen unterstützen können. Unsere Arbeit mit Kinderbüchern beim Philosophieren mit Kindern ist hierfür exemplarisch.
Materialien werden in der Lernwerkstatt nicht nur auf ihre Verwendbarkeit im Unterricht geprüft, sondern stets hinsichtlich ihrer didaktischen Funktion und ihres Potenzials für demokratische Lernprozesse reflektiert.
Lehr- und Lernräume sind nicht neutral. Ihre Gestaltung bringt zum Ausdruck, wie Lehren und Lernen verstanden werden. Die Lernwerkstatt bietet einen offenen Arbeits-, Denk-, Gesprächs- und Erprobungsraum, der gemeinsames Fragen, Argumentieren und Reflektieren unterstützt. Flexible Sitzordnungen und aktive Lernumgebungen fördern kooperative Lernprozesse und demokratische Gesprächsformen.

Universitäre Räume sind nicht neutral. Ihre Gestaltung bringt zum Ausdruck, wie Lehren und Lernen verstanden werden.
(Wilhelm Gunkel, 2020, URL: <https://unsplash.com/de/fotos/braune-holzstuhle-im-zimmer-jMgRlCu63Cc>, Unsplash-Lizenz.)

Die Lernwerkstatt sitzt auf zwei Stühlen: dem der Philosophie und dem der Bildungswissenschaften bzw. der schulischen Anwendung.
(Inside Weather, 2019, URL: <https://unsplash.com/de/fotos/schwarze-katze-OzqieLcs464>, Unsplash-Lizenz.)

Die Lernwerkstatt will eine Zusammenkunft diverser Stimmen sein, von denen keine Vorrang vor den anderen hat– außer, sie hat für den Moment mehr zu sagen.
(Louis Hansel, 2019, URL: <unsplash.com/de/fotos/leere-stuhle-9AKD8KG6Mnc>, Unsplash-Lizenz.)
Angebote für Referendar:innen
Zurzeit konzentriert sich die Lernwerkstatt auf die erste Phase der Lehrkräftebildung. Eine Ausweitung der Angebote auf die zweite und dritte Phase ist perspektivisch vorgesehen.
Praxisangebote
Philosophieren mit Kindern: In Kooperation mit der Beratungsstelle (Hoch‑)Begabung Saarland werden regelmäßig Angebote zum Philosophieren mit Kindern durchgeführt.
Die Lernwerkstatt Demokratische Schule versteht Lehrkräftebildung nicht nur als Gegenstand universitärer Lehre, sondern auch als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Im Mittelpunkt steht für uns die Frage, wie professionelle Kompetenzen zur Gestaltung demokratischer Bildungsprozesse entstehen und entwickelt werden können.
Unser aktueller Forschungsschwerpunkt liegt beim Philosophieren mit Kindern als Lerngelegenheit demokratischer Bildung. Hier verfolgen wir insbesondere die Frage, welche Kompetenzen Lehrkräfte benötigen, um philosophische Gespräche mit Kindern professionell zu moderieren – zum Beispiel philosophische Sensibilität, die für die Wahrnehmung, Begleitung und Weiterentwicklung philosophischer Gesprächsprozesse erforderlich ist.
Durch die Verbindung philosophischer, fachdidaktischer und linguistischer Perspektiven wollen wir ein vertieftes Verständnis professioneller Kompetenzen beim Philosophieren mit Kindern gewinnen.
Hochschulintern:
- Angebote für Schüler:innen in Zusammenarbeit mit dem Lehr-Lern-Atelier
- Hospitation durch Studierende der Lernwerkstatt Selbstreguliertes Lernen
Hochschulextern:
- Beratungsstelle (Hoch-)Begabung Saarland
Saarländische Schulen
Kooperationen in Planung:
Bildungscampus Saarland