Prof. Dr. Julia Knopf, Fachdidaktik Deutsch Primarstufe, Campus C6.3, Zi. 12.10, Telefon: +49 (0)681 302 70082, Email: julia.knopf@mx.uni-saarland.de
Lehr-Lern-Atelier in Gebäude A4.2 Raum 2.11.1, Campus Saarbrücken
Angebote für Lehramtsstudierende:
Das Lehr-Lern-Atelier (LLA) wird mehrmals pro Woche für feste Veranstaltungstermine genutzt, z.B. für das Proseminar „Sprachenvernetzender Fremdsprachenunterricht: Von der Theorie in die Praxis“ und die als Workshopreihe konzipierte Lehrveranstaltung „Sprachliche Vielfalt mit digitalen Medien fördern, nutzen und gestalten“. Außerdem finden regelmäßig Begleitveranstaltungen zum Projekt „Fit in Deutsch“, Veranstaltungen und Schulprojekttage zum Themenfeld „Sprachen und Mehrsprachigkeit“ sowie Trainings zum Thema „Rassismus (er)kennen und bekämpfen“ statt.
Eine Auswahl des Seminarangebots (LP und LS 1+2):
Proseminar „Sprachen vernetzen im Fremdsprachenunterricht: Von der Theorie in die Praxis”
Mehrsprachigkeit stellt heutzutage einen festen Bestandteil unseres Alltags dar, was sich auch im Schulkontext bemerkbar macht. Das Klassenzimmer fungiert als mehrsprachiger Lernort, in dem Kulturen aufeinandertreffen und Sprachenlernen im Sinne einer Mehrsprachigkeitsdidaktik transversal und vernetzend umgesetzt werden kann.
Doch wie können die Schüler*innen ihre vorhandenen Sprachenkenntnisse effizient für das weitere Sprachenlernen nutzen? Welche Rolle spielt dabei die interkulturelle Kompetenz? Welche Möglichkeiten und Perspektiven bieten digitale Medien im Kontext des Mehrsprachenlernens? Welchen Beitrag liefert die aktuelle Forschung zur Mehrsprachigkeitsdidaktik und ihrer Umsetzung im Schulkontext?
Ausgehend von diesem Fragenkomplex werden im Proseminar die theoretischen Grundlagen zur Mehrsprachigkeitsdidaktik und zur Interkomprehension mit dem interkulturellen Lernen und dem Einsatz von digitalen Medien verknüpft. Auf dieser Basis werden anschließend eigene Lehr-Lern-Materialien erarbeitet und im Rahmen eines Schulprojekts an einer saarländischen Schule (Gymnasien/Gemeinschaftsschulen) erprobt.
Begleitendes Proseminar zum Projekt "Fit in Deutsch" (Wahlpflichtveranstaltung)
Ziel dieses Projekts ist es, Grundschüler*innen im Fach Deutsch "fit" zu machen und die Diagnose- und Reflexionskompetenz von Lehramtsstudierenden zu fördern. Das Seminar setzt sich daher aus zwei Teilen zusammen: Zum einen erhalten Grundschüler*innen eine individuelle Förderung im Fach Deutsch durch Studierende. Zum anderen werden die Förderstunden im Anschluss mit den Studierenden gemeinsam reflektiert und evaluiert, um praxisnah Handlungsmöglichkeiten für den (späteren) Lehreralltag abzuleiten.
Das LLA dient Lehramtsstudierenden, Wissenschaftler*innen, Lehrkräften und Schüler*innen des Saarlandes sowie der Großregion gleichermaßen als Begegnungsraum und Forschungsstätte. Die angehenden Lehrenden können hier kooperatives, aktives und selbstbestimmtes Lernen an sich selbst erfahren und als Lehrkompetenz in die praktische Umsetzung mit Schüler*innen weitertragen. Dazu gibt es im LLA eine zu den Fachthemen des ISM eingerichtete Bibliothek und vielfältige Materialien für die unterrichtliche Arbeit. Lehramtsstudierende sowie Lehrende bekommen die Möglichkeit, die im Rahmen des ISM entwickelten und evaluierten Materialien zu testen und können den Raum zur Unterrichtsvorbereitung oder zum Ausprobieren von didaktischen Ressourcen nutzen. Beratung und Hilfe bekommen die Besucher während der Öffnungszeiten von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Schulprojektarbeit, die gemeinsam mit Studierenden im Lehr-Lern-Atelier stattfindet.
Das LLA als zentrales Element des Instituts für Sprachen und Mehrsprachigkeit nimmt sich der Thematik „Heterogenität“ auf vielfältige Art und Weise an.
Heterogenität der Akteur*innen
Das LLA ist eine Forschungs- und Arbeitsstätte für Schüler*innen sowie Lehramtsstudierende und Lehrkräfte unterschiedlicher Fächer und Länder. Der Umgang mit Heterogenität wird daher schon bei der Konzeption von Veranstaltungen und Aktivitäten im und außerhalb des Ateliers aufgegriffen und praktiziert. In der Begegnung mit Schulklassen und Lehrkräften werden gleichzeitig das interkulturelle Bewusstsein und das Sprachbewusstsein gefördert.
Sprachliche Heterogenität
Sprachliche Heterogenität äußert sich in verschiedensten Formen:
- Bereits die unterschiedlichen Sprachniveaus in einer Klassengemeinschaft implizieren die Chance zur Individualisierung des Lernprozesses. Die auf der Grundlage der Forschungsergebnisse in den Teilprojekten „EuroComRom“ und Fit in Deutsch“ entwickelten differenzierten Unterrichtsmaterialien bieten die Möglichkeit, gezielt auf diese Heterogenität einzugehen.
- Unter anderm durch die besonderen sprachlichen Gegebenheiten eines Grenzraums wie dem Saarland im Herzen der Großregion nehmen sprachliche und kulturelle Heterogenität einen besonderen Stellenwert ein, die es auch für einen mehrsprachigkeitsorientierten (Sprachen-)Unterricht zu berücksichtigen gilt. Die mehrsprachige Großregion SaarLorLux eröffnet dabei zahlreiche Möglichkeiten, sprachliche und kulturelle Diversität - auch im Hinblick auf herkunftsbedingte Mehrsprachigkeit - gewinnbringend im Unterricht einzusetzen.
Das LLA greift in seinen Veranstaltungen zum Thema „sprachliche und kulturelle Heterogenität“ diese Gegebenheiten auf, schult (angehende) Lehrkräfte aller Fächer zu den Potenzialen und Herausforderungen eines bewussten Umgangs mit sprachlicher und kultureller Heterogenität und bietet ihnen zugleich eine Plattform für den Austausch und die Entwicklung von Konzepten, mit dem Ziel, Diversität in der Unterrichtspraxis kompetent zu begegnen.
Denn nicht nur für den Sprachunterricht bedeutet bewusster Umgang mit sprachlicher und kultureller Heterogenität die Erkenntnis, dass Vielfalt im Sinne einer Vielfalt bereichernd für den Unterricht ist und neue Möglichkeiten schafft (Förderung der Mehrsprachigkeitskompetenz) sowie Horizonte erweitert (interkulturelles Lernen).
Digitalität als Chance
Vernetzung, Multimedialität, Interaktivität und Adaptivität zählen zu den Stärken von digitalen Medien. Sie ermöglichen offene Lernwege und eine Binnendifferenzierung, die den unterrichtlichen Anforderungen der „Heterogenität“ entsprechen. Die im LLA und am Institut entwickelten Materialien beziehen in diesem Sinne bewusst digitale Medien sowie Werkzeuge ein, um den Ansprüchen eines modernen individualisierten Unterrichts Rechnung zu tragen. Dabei werden analoge Medien mit digitalen sinnvoll vernetzt, sodass die divergenten technischen Gegebenheiten an den Schulen vor Ort berücksichtigt werden können.
Im LLA werden sowohl offene Nutzungsformate im Rahmen des selbstbestimmten Lernens integriert als auch geschlossene und halboffene Formate im Rahmen von Seminaren und Workshops.
- Offene Nutzung in Einzel- oder Gruppenarbeit durch Lehramtsstudierende, Lehrkräfte und Wissenschaftler zum Zwecke der Recherche, Unterrichtsvorbereitung und zum Ausprobieren von Unterrichtsmaterial; der Raum verfügt über eine entsprechende Aufteilung des Raums in verschiedene Lese-, Recherche- und Arbeitsbereiche
- Durchführung von Seminaren, Workshops mit Schüler*innen, Veranstaltungen im Rahmen der Lehrerbildung, Vorträgen; es besteht eine hohe Flexibilität des Raumkonzepts hinsichtlich des Veranstaltungsformats
Sachen erforschen - experimentieren
Sachen erforschen - argumentieren und diskutieren
Sachen erforschen - recherchieren
kreative und theaterpädagogische Aktivitäten
Material entwickeln
Material erproben
Lernumgebung gestalten (auch Unterrichtsplanung)
Lernbegleitung erproben
Supervision und Reflexion eigener pädagogischer Tätigkeiten
Pädagogische Situationen untersuchen
sich beraten lassen
Mehrsprachigkeit sowie Mehrsprachigkeitsdidaktik, Zweit- und Fremdsprachendidaktik, Bilingualer Unterricht, Didaktik der Primarstufe Deutsch bzw. allgemein deutschdidaktische Fragestellungen
Die Forschungs- und Lehrtätigkeiten im Lehr-Lern-Atelier umfassen u. a. folgende Bereiche:
- Entwicklung und Erprobung didaktischer Konzepte im mehrsprachigen Kontext (bspw. Großregion SaarLorLux oder heterogene Schulklassen)
- Förderung der individuellen Mehrsprachigkeit
- Lese- und Schreibkompetenzen in der Zweitsprache Deutsch
- Sprachstandserhebungen und Möglichkeiten einer gezielten Sprachförderung
- Sprachvorstellungen ein- und mehrsprachiger Schüler*innen
- Kriterien für Sprachförderkurse im mehrsprachigen Kontext
- Analyse des Potentials digitaler Lehr- Lernangebote zur Förderung von Sprachkompetenzen
Qualitative Methoden, Quantitative Methoden, Mixed Methods
- Erhebungen zum Zwecke wissenschaftlicher Forschung im Bereich des Mehrsprachenlehrens und -lernens an und mit Schulen
- Habilitationsprojekt an der Schnittstelle von Wissenstransfer und Didaktik
hochschulinterne Kooperationen (eine Auswahl):
- innerhalb des Clusters: Lehrstuhl Romanische Sprachwissenschaft und Lehrstuhl Fachdidaktik Deutsch Primarstufe
- Bildungswissenschaften: Lehrstuhl Empirische Schul- und Unterrichtsforschung
- DaZ/DaF
- Anglistik
- Germanistik
- Katholische Theologie
- Philosophie
- Geschichte
- AG Antirassismus
externe Kooperationen (eine Auswahl):
- Hochschulen: Université de Lorraine sowie Universität Luxembourg
- Schulen: z.B. Grundschule Scheidt, Turmschule Dudweiler, Südschule St. Ingbert, Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule Dillingen, Willi-Graf-Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium
- Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
- Staatskanzlei des Saarlandes, z.B. Projekt Französisch und mehr
- GRETI